Unterschied functional training – geführtes Maschinentraining

Entscheidend für einen optimalen Bewegungsablauf ist das richtige Verhältnis Bewegung und Stabilität.

Fußgelenk, Hüftgelenk – Mobilität.
Kniegelenk, Rumpfgelenk – Stabilität.

Erfüllen Fußgelenk und Hüftgelenk nicht die Voraussetzung – wenig Kraft, schlechte Proprizeptoren, müssen Knie und Rumpf das ausgleichen – d. h. ein Mangel an Stabilität führt zu Überlastung und das rächt sich dann.

Geführte Maschinen ersparen einen Trainer. Man setzt sich dazu meist auf einen Stuhl und führt dann Bewegungen aus. Stabilisieren muss man dabei kaum. Der Rücken lehnt sich an, braucht nicht mitzuarbeiten. Noch dazu findet die Bewegungsausführung in der offenen Kette statt. D.h. die Beine haben keinen Bodenkontakt. Die Kraftübertragung findet nicht so statt, wie sie normalerweise bei den meisten Sportart stattfindet. Beim Laufen hat man halt die Füße am Boden und Knie und Rumpf sollen stabilisieren.

Vorteil vom geführten Maschinentraining ist, dass man mehr Gewicht aufladen kann. (man muss ja nichts Stabilisieren), Nachteil ist das es nicht funktionell ist. Vorteil ist auch, man kann geführte Maschinen gut in der Reha einsetzen, wenn man bewusst ein Gelenk, Muskel isoliert trainieren will.

Funktionelles Training ist Training mit möglichst viel Gelenk und Muskelbeteiligung.

Ziel des funktionellen Trainings ist es, diese Schwachstellen aufzudecken und auszugleichen, bevor die Leistungsfähigkeit gemindert wird oder eine Verletzung entstehen kann.

Es dauert ziemlich lang bis die veränderte Bewegungsführung sich normal anfühlt und im Unterbewusstsein gefestigt ist. 1000 bis 10000 Wiederholungen.

Arme und Beine sollen sich bewegen können ohne dass die Wirbelsäule kompensieren muss. Die Kraft soll ohne Energieverlust vom Boden aus durch Hüfte und Wirbelsäule gehen. Wenn der Rumpf nicht stabilisieren kann, bzw zum Ausgleich gezwungen ist kostet es Energie.

Der untere Rücken muckt auf, wenn die Bauchmuskulatur nicht in der Lage ist die Rotation zwischen ersten und fünften Lendenwirbel zu kontrollieren. Im Gegensatz zur Lendenwirbelsäule soll die Brustwirbelsäule beweglich sein.

Dehnen oder nicht Dehnen?????

Dehnmethoden gibt es mindestens so viele wie Dehn-Gurus. Ich mag ja Gurus. Sie erklären Zusammenhänge sehr überzeichnet und fokussieren sich auf ein Thema. Was ich nicht so gerne mag, sie glauben nur sie haben Recht.

Streching, aktives Dehnen, passives Dehnen, statisches Dehnen, dynamisches Dehnen, AED Methode, Funktionelles Dehnen, Fasciale Dehnmethoden…….ein Dschungel an Möglichkeiten.
Jede Art des Dehnens hat seine Vor- und Nachteile. Es kommt immer darauf an wer, wann, warum dehnt.

Ich kann mit Dehnübungen meine Beweglichkeit verbessern. Ich kann muskuläre Verspannungen lösen. Ich kann mich psychisch dabei entspannen.

Ein Trainer sollte möglichst viele Arten von Dehnungsmöglichkeiten kennen, um genau das zu finden, das gerade benötigt wird.

Wie schaut es z.B. beim Laufen aus. Soll man vor dem Laufen dehnen. Es kommt drauf an. Wenn, dann dynamisches Dehnen. Wenn dynamisches Dehnen, dann sollte der Sportler Erfahrung damit haben und über ein gutes Körpergefühl verfügen. Es kommt auch drauf an welche Art von Strecke, und wie schnell er sie läuft. Bei einer Sprintdistanz ist Beinhub gefragt. Da ist schon einiges an Beweglichkeit notwendig.

Sonst würde ich vom Dehnen vor dem Laufen abraten, das nimmt der Muskulatur die Spannung. Besser sind Mobilisationsübungen.
Nach dem Laufen, eventuell leichtes Dehnen, aber nur um die Schlackenstoffe schneller abzubauen. (aber finde es nicht wirklich notwendig)

Dehnen empfehle ich als eigene Trainingseinheit. Sie dient zur Erreichung einer ausgeglichenen Beweglichkeit.

Um Verspannungen entgegenzuwirken empfehle ich vor dem Dehnen die Muskeln mit einer Rolle (Massage für Arme) weich zu machen. Optimal wäre natürlich ein manueller Therapeut, der mit seinem fachlichen Gespür Verspannungen lösen kann.
Dann erst Dehnen. Es hat wenig Sinn in ein verspanntes Gewebe hinein zu dehnen.

Es ist aber zu wenig Verspannungen nur aufzulösen. Man muss die Ursache finden. Verspannungen entstehen, wenn ein Muskel überbelastet wurde. Er Arbeiten übernommen hat, für die er eigentlich zu schwach ist.

Der nächste Schritt ist dann diese muskuläre Dysbalance auszugleichen.

Dehnen als Verletzungsprophylaxe ist zu wenig.

Ein Grund für verkürzte Muskeln ist, wenn er stärker ist als sein Gegenspieler. z. B. die Oberschenkelvorderseite bei Läufern. (sozusagen verkürzt)

Warum soll ich ihn jetzt nur dehnen (in die Länge ziehen) ich will ja einen starken Muskel haben. Ich finde es vernünftiger die Rückseite zu stärken um diese Dysbalance auszugleichen.

Dehnen um die Beweglichkeit zu erhöhen ist wichtig. Dehnen um Dysbalancen auszugleichen geht nur mit Kombination Krafttraining.

Entscheidend ist immer das richtige Verhältnis von Kraft, Mobilität, Stabilität, Flexibilität.

Was ist Rumpfstabilität???

Der Rumpf ist stabil, wenn Arme und Beine sich bewegen können und die Wirbelsäule keine kompensatorischen Ausgleichsbewegungen machen muss. Es geht keine Energie durch die Rumpfbewegung verloren.

Warum ist ein gut trainierter Po /Gluteus so wichtig?

Schmerzen im Rücken können entstehen wenn der Gluteus (Po) zu schwach ist und daher die Lendenmuskulatur kompensieren muss.

Zerrungen in der hinteren Oberschenkelmuskulatur entstehen bei mangelnder Aktivierung des Gluteus.

Schmerzen im Kniescheibenbereich können durch einen schwachen Gluteus medius entstehen. (Gluteus medius –Hüftstabilisator beim Einbeinstand)

Hat man ein muskuläres Problem und sich nicht wirklich verletzt schaut man sich die Synergisten (Muskeln die die gleiche Bewegung machen) an und stärkt sie dann.

Im Rumpftraining sollten alle Bewegungen gleichmäßig kombiniert werden, sodass kein Muskel zu schwach oder zu stark ist. Beugungen in der Wirbelsäule wie z.B. Crunches sind eher zu vermeiden. Die Hüfte soll mehr gebeugt werden, als die Wirbelsäule.

Bauchmuskeln haben im täglichen Leben und im Sport eigentlich keine Beugefunktion.

Der gerade Bauchmuskel (six-back) schaut zwar megacool aus, aber man sieht ihn eigentlich nur wenn kein Körperfett drüber ist.
Funktionell dienen die Bauchmuskeln eher zur Stabilisation, dh. sie sollen eine Rotation im Lendenwirbelbereich kontrollieren. Top für den Bauch sind daher alle Brettübungen.

Rotationsübungen trainiert man optimalst am Kabelzug, oder zumindest mit dem Theraband.

Stabilisierungsübungen werden auch mit wenig Geschwindigkeit trainiert. (Sonst springen die großen Muskeln ein)

Was hat die Schulter mit Laufen zu tun??? (Wir laufen ja mit den Beinen)

Bei der Haltungsanalyse schaut man sich von der Seite an ob Ohr – Schultergelenk – Ellbogengelenk – Kniegelenk – Fußgelenk im Lot sind.

Bei sehr vielen ist es nicht so. Das Ohr befindet sich sehr oft vor dem Schultergelenk.

Ein verspannter Oberkörper verursacht das sogenannte Upper-Cross-Syndrom. Ein nach vor gebeugtes, geducktes, die Schulter nach vor gezogenes schlaffes Erscheinungsbild, das mit explosiven Bewegungen und einer effektiven Atmung absolut unvereinbar ist.

Viele haben die Schultern meist unbewusst nach vorne gezogen. Wenn man lange sitzt, Rucksäcke trägt, bei langen Läufen, viel am Rad sitzt….

Das Problem ist eine unbewegliche Brustwirbelsäule, ein falsches Bewegungsmuster entsteht, das bis in den ganzen Rumpf geht.
Prävention: Innenrotatoren (Brust, Latissimus) gehören gedehnt. Wobei ich eher gegen passives statisches Dehnen bin.

Zu passives statisches Dehnen: Passiv wäre z.B. das typische vordere Oberschenkel Dehnen wobei ich mit meiner Hand den Fußknöchel umfasse und ich den Fuß zum Po drücke. D.h. die Oberschenkelrückseite (Gegenspieler) muss keine Kraft aufwenden und der Zug geht nur in eine Vektorrichtung. Das ist für mich nicht funktionell. Bewegung findet in vielen Richtungen statt. Ich ziehe den Muskel nur in einen bestimmten Winkel und das nicht mal mit eigener Kraft. Also wenn dehnen, dann mit möglichst vielen Vektorpositonen und mit der Kraft des muskulären Gegenspieler. Der Körper muss das Ausmaß der auftretenden Dehnung spüren, Energie speichern und den Muskel wieder in die Ausgangsposition zurückbringen.
Für dynamische Balance brauche ich Stabilität, Mobilität, Kraft und Schnellkraft im richtigen Verhältnis. Wobei ein Sprinter eine andere dynamische Balance braucht (viel Plyometrisches Training), als ein Langstreckenläufer (sollte natürlich auch beweglich sein, braucht sie aber nicht so explosiv)(das ist halt meine Meinung zum funktionellen Dehnen)

Außenrotatoren (Muskeln des oberen Rücken, Rotatorenmanschette, Schultern) kräftigen. Viele Zugübungen machen. (TRX, Theraband……)

Schaut zwar blöd aus, aber bei längeren Läufen die Hände in die Höhe strecken (wie wenn man Früchte vom Baum pflückt) um nicht so zusammengesackt zu laufen.

Beim Laufen kann man sich Kolben vorstellen, die sich auf und ab bewegen.

Auf der einen Seite streckt sich das Hüftgelenk voll durch, auf der anderen Seite werden die Gelenke (Hüft-, Knie- und Sprunggelenk) gebeugt.

Dabei ist ein harmonisches Zusammenspiel vom gesamten Rumpf und Beine (Energie speichern und frei zusetzen) entscheidend.
Nur wenn die Schultern und Nacken entspannt sind können sich die Arme frei bewegen.

Effizient ist es wenn die Ellenbogen im 90 Grad Winkel seitlich am Körper pendeln. Nicht vor dem Körper (macht man wenn man schwache Rhomboiden – Muskel zwischen Wirbelsäule und Schulterblatt hat)

Hat man Schulterprobleme, beeinträchtigt das die Fähigkeit Spannung im Rumpf zu halten, während die Arme Kraft erzeugen.

Beckenboden und Laufen – Macht Laufen inkontinent? – Worauf soll ich nach einer Schwangerschaft achten.

Bei meiner Ausbildung kam die Frage einer Teilnehmerin, ob leistungsorientierte Läuferinnen ein erhöhtes Risiko haben inkontinent zu werden. Die Frage konnte niemand wirklich beantworten. Ich habe auch keine Studien darüber gefunden. Wahrscheinlich gibt es auch wenig Erfahrungswerte darüber.

Bei Spezialfragen im Bereich Training mit Schwangeren und Training nach der Geburt habe ich sehr gute Erfahrungen mit der Uni Köln gemacht. Sie haben mir immer sehr ausführlich auf meine Fragen geantwortet.
http://www.dshs-koeln.de/psi/sus/

Die Antwort auf die Frage ob leistungsorientierte Läuferinnen ein erhöhtes Risiko für Inkontinenz haben von Frau Dr. Schulte Frei (Sport Uni Köln)war:
Leistungsorientierte Läuferinnen können, aber müssen später keine Probleme haben. Dies hänge vor allem von vielen Faktoren (psychische Gesundheit, physiologisches Körpergewicht – nicht zu dünn, da dann stabilisierende Fettpolster fehlen, Trainingsparameter etc.) ab.

Was ist eigentlich der Beckenboden?

Der Beckenboden ist der muskuläre Verschluss des knöchernen Beckens, also Abschluss des Bauchraumes nach unten. Drei Muskelschichten haben eine tragende und auch verschließende Funktion. Er hält die inneren Bauchorgane, verschließt und öffnet die Ausscheidungsorgane, trägt zur Aufrichtung der Wirbelsäule bei, stabilisiert Hüftgelenk, Ileosakralgelenk.

Man kann sich den Bauchraum wie einen Zylinder vorstellen. Oben das Zwerchfell unten der Beckenboden und die Wand mit den Bauchmuskeln bilden die abdominelle Druckkammer. Beim Laufen muss diese abdominelle Druckkammer auf die Bodenreaktionskraft von unten und auf die Ausdehnung der Lunge von oben reagieren.

Was soll ich beim Laufen nach der Schwangerschaft beachten?

Der Beckenboden wurde während der 9 Monate Schwangerschaft stark beansprucht. Auch bei der Geburt musste er sich extrem dehnen. Zusätzlich ist der Beckenboden durch die hormonelle Situation extrem weich. D. h. die ersten Wochen muss sich mal der Beckenboden regenerierten.

Die Hormone während der Stillzeit sorgen dass das gesamte Bindegewebe der Frau weicher und nachgiebiger bleibt als vor der Schwangerschaft. D.h, es sind alle Muskeln, Sehnen Bänder betroffen. Erst nach dem Abstillen, nimmt das Bindegewebe seine alte Festigkeit wieder an.

Das beim Stillen ausgeschüttete Hormon Oxytocin bewirkt und fördert die Rückbildung.

Der Beckenboden verhält sich meist anders als andere Muskeln. Sportlerinnen sind von ihren Muskeln gewöhnt, dass sie auf Überlastung ein direktes Feedback geben, indem sie schmerzen und verspannen. Der Beckenboden verhält sich anders: Ist er überstrapaziert, schmerzt er nicht unbedingt, sondern er leiert aus ohne dass man es merkt.

Kinder, Mütter, Lebensituationen sind unterschiedlich!!!!

Die ersten 6- 8 Wochen nach der Geburt werden als Wochenbett bezeichnet und dienen der Regeneration. (Training mit Hebamme, Physiotherapie-Rückbildungsgymnastik) keine Belastung der geraden Bauchmuskulatur, langsame Schritte zum Aufbau der Belastung.

Nach dem Wochenbett dynamische, springende und ruckartige Bewegungen vermieden. Manche Frauen können leichte Laufeinheiten durchführen. Wer vorher gut trainiert war und die Geburt gut verlaufen ist, kann sich eher früher belasten.

Die Lebenssituation hat sich geändert: Müdigkeit ist ständiger Begleiter der Eltern, da braucht es schon viel Disziplin und Überwindung um das Training trotzdem zu machen. Bei manchen Kindern dauert es sehr lange bis sie durchschlafen. Die Bedürfnisse des Kindes sind am Anfang sehr groß, d.h. die Mutter kann sehr oft auf eigene Bedürfnisse keine Rücksicht nehmen.

Empfehlung von der Uni Köln:

Volle Belastbarkeit nach Schwangerschaft nach 6-9 Monaten. Es ist sehr individuell. Hormonumstellung im Wochenbett dauert mind. 3-4 Monate. Probleme mit Fuß-und Kniegelenken. Bänder haben noch nicht die Festigkeit, auch nicht der Beckenboden.
Nach der Geburt muss der Beckenboden sich von der Entbindung aber auch von der Schwangerschaft erholen.

Individueller Heilungsprozess. Mit Walking Anfangen und nach 4-6 Monaten Joggen. 5-6 Monate Wartezeit bei kontinuierlichem Beckenboden-Training.
Nicht von Null auf Hundert starten, eigene Grenzen erkennen, sich Zeit lassen.
Die Druckbelastung beim Laufen ist hoch. Beim Ausatmen Beckenboden mit mäßiger Kraft anheben und beim Einatmen lösen.
Botenstoff Relaxin machen Bänder und Sehnen lockerer – daher größere Verletzungsgefahr.

Meine Empfehlung nach der Schwangerschaft: tägliches Gleichgewichtstraining zur Verletzungsprophylaxe, sensomotorisches Training. Schwangerschaft bedeutet permanente körperliche Veränderung, auch nach der Geburt. Alles muss neu adjustiert werden.
Training ist vor allem gut wenn es ausgleicht und die Zufriedenheit fördert. Keinen Druck machen, auf den Körper hören!!!!!!!!!!Fühlt sich die Mutter wohl dann fühlt sich auch das Kind wohl.

Sensomotorisches Training – Was ist das???

Sensorik ist die Reizaufnahme über Rezeptoren und die Weiterleitung und Verarbeitung im Gehirn.
Unter Motorik versteht man die Weiterleitung vom Gehirn an die Muskulatur in eine Bewegung.
Und Training ist Leistungsverbesserung durch gezielte Übungen.
Das Ziel eines sensomotorischen Trainings ist die Stabilisierung von Haltung und Bewegung. Die relevanten Muskeln sollen präzise angesteuert werden.
Wie werden Gelenke stabilisiert?
Passiv durch Knochen, Bändern und Kapseln, aktiv durch Muskeln und Sehnen. Weiteres durch Propriozeptoren die Reize aufnehmen und sie über Nervenbahnen ans Gehirn weiterleiten.
Jeder hat sich schon Mal das Sprunggelenk überdehnt. Durch ein gezieltes Training an den kleinen Muskeln, die das Fußgelenk stabilisieren, können wir erreichen, dass diese Muskeln bei Belastungen stärker aktiviert werden. Ein stabileres Sprunggelenkt dient somit der Vorbeugung vor Verletzungen.
Schon im Bereich der Ansteuerung kann man Effekte des sensomotorischen Trainings feststellen. Es verbessert die Reflexgeschwindigkeit und führt zu früherer und stärkerer Aktivierung der gelenksstabilisierenden Muskeln.
Wir sind ständig der Schwerkraft ausgesetzt, das bedeutet wir müssen stets Muskelaktivität aufbringen, um unsere Gelenke in entsprechenden Positionen zu stabilisieren.
Wie trainiert man Stabilisatoren?
Die Aufgabe von Stabilisatoren ist eher Bewegung zu verhindern. Dies erfordert hohe Konzentration, Eigenwahrnehmung, Bewegungslernen, Bewegungssteuerung und Feedback.
Ausgehend von einer stabilen Grundposition, wird über Reize von außen versucht, diese Stabilität zu stören und damit Reaktionen der lokalen Stabilisatoren zu provozieren. Das kann sein Zehenstand, Einbeinstand, Anheben eines Arms/Beins, instabile Unterlage, geschlossene Augen….

Die mentale Einstellung

Es gibt ein Buch in dem ich immer wieder gerne schmöckere. „Die mentale Einstellung“ von Dr. Thomas Wörz, Mental Coach betreut Olympiasieger, Welt und Europameister.

Was unterscheidet einen erfolgreichen Sportler von einem nicht erfolgreichen Sportler:

Ein nicht erfolgreicher Sportler fühlt am Start den hohen Druck, der auf ihn lastet und wünscht sich, dass der Wettbewerb am besten schon vorbei sei. Er befindet sich in einer mentalen Flucht und dass Vermeidungsverhalten hat schon vor dem Wettkampf begonnen. Dieser Fluchtgedanke verstärkt seine Selbsterfüllende Prophezeiung. Gegner sind zu stark, Wetter zu schlecht, zu schlecht geschlafen, das falsche gegessen…. Der einzige Triumph an diesem Tag – das Erfolgserlebnis, Recht behalten zu haben – ein trauriger Triumph. Dieses Gefühlsempfinden speichert er in seiner Erinnerung und wird beim nächsten Wettbewerb wieder herausgeholt. Er befindet sich in einem Teufelskreis.

Der erfolgreiche Sportler ist am Start nervös, aber es gelingt ihm den auf ihm lastenden Druck in lustbetontes Angriffsverhalten umzusetzen. Die Startlinie ist eine Entscheidungslinie, an der er sich auf die ihn wartende Herausforderung stellt. Der Wettbewerb wird mit einer positiven Metapher besetzt. Der Sportler stellt sich der bedrohliche Streckenführer wie ein wildes Pferd vor, das er zähmen möchte. Die Bewegungen werden rhythmisch, das Fließgleichgewicht ist mit einem Glücksempfinden verbunden. In der Erinnerung bleibt nach dem Ziel das fabelhafte Gefühl die Situation beherrscht zu haben.

Sich einer Situation zu stellen, beginnt schon mit der Körperhaltung. Stress führt oft zu einer schlechten Körperhaltung, Er macht taub, beeinträchtigt unser Wahrnehmungssystem.
Beim Laufen darauf achten, wie ist die Position meines Kopfes, die Spannung meiner Gesichtsmuskeln, Beckenstand, Position der Beine, Takt de Bewegung. Ist meine Laufhaltung rhythmisch, ausbalanciert, im richtigen Spannungstonus.

Wörz unterscheidet zwischen Ergebnis- und prozessorientierte Sportler.

Der ergebnisorientierte ist mit seinem Gedanken bereits am Ziel und möchte nur so schnell wie möglich dort sein, den Gedanken abhaken und sich für das nächste Ziel bereitmachen.

Der prozessorientierte Sportler hat in seinem „Hinterkopf“ auch das Ziel, so schnell wie möglich zu sein, freut sich aber über jeden Augenblick des Wettkampfes. Er findet die Erfüllung in jedem Augenblick seines Tuns. Er ist mit seinen Gedanken im Hier und Jetzt. Er befindet sich im optimalen Leistungszustand.

Der Ergebnisorientierte steht am Start und „muss“ auf das Siegerpodest fahren. Bei dem Gedanken, dieses Ziel zu realisieren, beginnt er zu verkrampfen. Was denken die anderen über mich, wenn ich es nicht schaffe. Der Erwartungsdruck steigt und die Handlung wird zur Nebensache, es zählt nur der Erfolg.

Der Prozessorientierte, möchte natürlich auch gewinnen, freut sich auf das Gefühlt, den maximalen Speed aus den Kurven mitzunehmen und zu beschleunigen. Er genießt die Handlung und lässt sich von Niemanden den Spaß nehmen. Prozessorientierte agieren flexibler, offener und entspannter. Der Zustand des Hier und Jetzt öffnet die Sensoren der Wahrnehmung, bietet mehr Lösungsmöglichkeiten als ergebnisorientierter Stress.

Konzentriert sein heißt, ganz in der Gegenwart, im Hier und Jetzt zu leben und nicht, während man das eine tut, an das Nächste zu denken, das zu tun ist… (Erich Fromm)

Loslassen fällt leichter, wenn es einem bewusst wird, dass es sich nur um ein Spiel handelt und auch die Angst vor dem Versagen sich nicht aufschaukeln darf in Bereiche, die mit Leben und Tod gleichzusetzen sind.

Es gibt Zeiten, logisch zu analysieren, aber auch Zeiten für intuitives, ganzheitliches Handeln.

Die Komfortzone ist wie ein Nest, angenehm und warm, bietet Geborgenheit, aber gerade auch deshalb keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Allerdings kann man ohne Komfortzone nicht auftanken und keine innere Ruhe finden.

Deswegen aus der Komfortzone sicher nach draußen agieren, und durch das hinzugewonnene Neue die Komfortzone erweitern. Sich nicht weiterbewegen bedeuten Rückzug, Flucht und Vermeidungsverhalten. Deswegen ist es auch wichtig, sich neuen Herausforderungen zu stellen, um den Sinn des Lebens immer wieder neu zu entdecken.

Die Erfolgserwartungen sollten in jedem Fall hoch sein, daher ist es umso wichtiger dass man sich mit klaren realistischen Zielen auseinander setzt und nicht in unerfüllbaren Träumen schwelgt.

Trainer – sportwissenschaftlicher Berater – rechtliche Unterschiede

ezeichnet sich jemand als Trainer, dann sagt das nichts über seine Ausbildung, Befähigung aus. Denn die muss er nicht nachweisen.

Bezeichnet sich jemand als Sportwissenschaftlicher Berater, dann muss er beim Gewerbeamt gewesen sein und hat seine Befähigung dazu nachgewiesen.

Üblicherweise bekommt man die Gewerbeberechtigung „sportwissenschaftlicher Berater“ wenn man ein sportwissenschaftliches Studium bzw. eine „Diplomtrainerausbildung“ bei der BSO gemacht hat.

Viele Gewerbeberechtigungen erlangt man aber auch durch individuelle Befähigung. Das heißt man muss seine Ausbildung vorweisen und es wird von einem Gutachter überprüft. Das sind immerhin 1350 Unterrichtseinheiten in folgenden Fachbereichen: Biologische Grundlagen, Sportpädagogik und –didaktik, Sportpsychologie und Kommunikation, Sportsoziologie und – geschichte, Bewegungswissenschaften und Biomechanik, Trainingswissenschaften, Praxis, betriebswirtschaftliche Grundlagen, wissenschaftliches Arbeiten, Bewegung und Gesundheit.

Des weiteren kann noch ein Fachgespräch bzw. eine Arbeitsprobe folgen.

Und da liegt auch der feine Unterschied. Jemand der keine sportwissenschaftliche Berechtigung hat, darf halt auch weniger. Schließlich greift man ja nicht unwesentlich in körperlichen Vorgängen des Sportlers ein. Und da sollte sich der „Trainer“ schon auskennen.

Was darf ein Trainer ohne die Berechtigung  „sportwissenschaftlicher Berater“:

Trainer können das freie Gewerbe (das sind Gewerbe, für die man keine Befähigung braucht) unter dem  Gewerbewortlaut: „Erstellung von Trainingskonzepten für gesundheitsbewusste Personen“  ausüben.

Für die Anmeldung im freien Gewerbe muss keine besondere Ausbildung oder Qualifikation nachgewiesen werden.

 

Bewegungsanalyse

Der 3. Test bei meinem Erstgespräch ist eine Bewegungsanalyse.

Du bekommst Bewegungsaufgaben, und ich schaue mir an wie du die Bewegungsaufgabe löst oder wie du dich durchschwindelst.

Bewegung ist immer ein Zusammenspiel von Haltung und Kontrolle.

Ist man in einer Richtung überbeweglich, besteht eine Asymetrie, dann ist man anfällig für Verletzungen.

Habe ich z. B. schwache Abduktoren, dann werden die Oberschenkel eher nach innen rotieren und bei der Bewegung zur Mitte wandern, das kann zu Überlastung der Knie führt.

Habe ich zu schwache Hüften (bei Beugung und Streckung), dann muss die Lendenwirbelsäule sehr viel kompensieren.  Es kommt zu Zerrungen im hinteren Oberschenkel. (sitzender Laufstil)

Beim Test des Hürdenschrittes beobachte ich Symetrie, Mobilität von Fuß-, Knie-, Hüftgelenk. Stabilität von Fuß-, Knie-, Hüftgelenk und Wirbelsäule.

Wie (ob) die tiefen Beugemuskeln arbeiten, oder andere Muskeln eingesetzt werden um die Hüfte zu heben. Mangelnde Hüftbeweglichkeit  führt zu einer übermäßigen Beckenbewegung.

Test gerader Ausfallschritt mit Kniebeuge: Passt die Mobilität und Stabilität, sowie das Gleichgewicht in beiden Beinen?

Wie schauen deine koordinativen Bewegungen aus?

Gibt es eine bessere Seite?

Wie schaut es mit deinem dynamischen Gleichgewicht aus?

Muss der tensor fasciae latae zu viel arbeiten, weil der Gluteus zu schwach ist?

Ist die Hüfte zu mobil, hat aber eine schlechte Stabilität, dann kann es zu Rückenproblemen kommen.

An einer Überkopfkniebeuge kann man schon sehr viel sehen:

Gibt es grundsätzliche Stabilitätsprobleme. (Der Körper lässt nur Bewegungen zu die er stabilisieren kann)

Wird das Knie zuerst nach vorne geschoben , weil die Mobilität der Fußgelenke ausgereizt ist?

Was hindert die Muskulatur am tiefen absinken. Ist die ischiocrurale Muskulatur flexibel genug oder wird die mangelnde Flexibilität durch Beckenkippen kompensiert.

Gibt es beim Maximum-Step-Test Unterschiede auf einer Seite.

Iliopsoas Test: Wie wird kompensiert wenn das Bein in der Hüfte gebeugt wird. Wie reagiert die Lendenwirbelsäule? Gibt es seitliche Unterschiede.

Test Ein-Beinheben: Kippt das Becken? Wo befindet sich die Kniescheibe? Wie verhält sich die Wirbelsäule? Krallen die Zehen ein?

Beintest in der Rückenlage:  Beweglichkeit Hüftgelenk, Elastizität der Muskeln, Fascie Oberschenkel.

Welche Spannung haben Gesäß, Rücken, Kniekehlen? Gibt es seitliche Unterschiede.

Manchmal wird es auch nötig sein dich zu einem Therapeuten oder Arzt weiterzuschicken.

Entsprechend der Tests wird ein Übungsprogramm zusammengestellt um Schwächen auszugleichen.

Grundsätzlich geht es darum herauszufinden warum der Sportler die Bewegung so macht, wie er sie macht. Ob es ein Ansteuerungsproblem ist, oder eine muskuläre Schwäche. Ob es an der Beweglichkeit mangelt. Ob es seitliche Unterschiede gibt…..

Kompensation führt auf Dauer zu Verletzungen und das kann sich von einem Problem zum nächsten ziehen. Wie eine Endlosschleife. Daraus gilt es auszubrechen bzw. vorzubeugen.

 

Immer wieder Knieprobleme – was tun?????

Zuerst Mal beim Arzt oder Therapeuten abklären ob mein Knie geschädigt ist.

Wenn nicht dann kann ich präventive Maßnahmen setzten, damit es zu keiner Schädigung kommt.

Beruhen die Probleme auf muskuläre Schwächen und fehlerhafter Bewegungsausführung kann man noch mit Training das Problem beheben.

Schmerzen in den Knien hängen sehr oft mit mangelnder Stabilität der Hüfte und mangelnde Mobilität der Fußgelenke zusammen. Auch das Iliotibialband das vom Po zur Kniescheibe führt, kann eine Ursache sein.

Stabilisiert man die Fußgelenke mit Tapes, kann sich das auf das Kniegelenk auswirken. Fußgelenk ist nicht mehr mobil, Knie muss es ausgleichen.

Ist die Hüfte nicht stabil, Knie muss es ausgleichen.

Im Basketball treten Patellofemorale Schmerzsyndrome recht oft auf. Basketballspieler haben hohes Schuhwerk und meistens Tapes um sich vor häufigen Fußgelenksverstauchungen zu schützen.

Bei Fußballspielern gibt es weniger Fußgelenks, bzw. patellofemorale Verletzungen. Sie haben ein anderes Schuhwerk, Fuß und Knie sind veranlasst, sich selbst zu kräftigen und schützen.

Knie mit Eis und Taping zu behandeln ist nicht immer sinnvoll. Besser wäre ein sorgfältiges Kräftigungsprogramm, dass besonders auf exzentrische Beugebewegung , Adduktion und Innenrotation des Knies abzielt. Besonders Frauen haben oft Schwächen in der Hüftabduktion und -außenrotation.

Oft reagiert der gluteus medius (Po) durch Überlastung mit Verhärtungen.

Schritte zur Verbesserung der Stabilität und Mobilität:
1. Gluteus medius mit Fascienanwendungen (Rolle, Ball) weich machen.
2. Reaktives neuromuskuläres Training der Hüftabduktoren mit Kräftigung der Knie- und Hüftstrecker. (von der leichten Übungsvariante aufbauend zur schwierigeren Variante)
3. Kräftigung der Hüftstrecker

Um ein patellofemorales Schmerzsyndrom langfristig in den Griff zu bekommen, muss die Ursache der Schmerzen angegangen werden. D.h. die unteren Extrimitäten muss man als Ganzes betrachten.

Das optimalste Training funktioniert am besten mit einem Personal Trainer der genau auf deine muskulären Schwächen eingeht. Bevor du von mir einen Trainingsplan bekommst, gibt es einmal eine Haltungs- Bewegungsanalyse und Muskelfunktionstest. Zwischendurch wird immer wieder dein Trainingsfortschritt überprüft und angepasst.

Schmerzen sind immer ein Zeichen das Training zu beenden. Auch Anlaufschmerzen.

Schmerzen sind nicht immer Entzündungen. Vor allem chronische Schmerzen (über längeren Zeitraum. ) Dann hat sich die Sehne aufgrund chronischer Überlastung bzw. unzureichender Behandlung verändert. Sie spricht dann auch nicht mehr auf Kühlung und Entzündungshämmern an. Im Gegenteil, ich schwäche bei langfristiger Einnahme von Entzündungshämmern weiter. D.h. ab zum Therapeuten, der die betroffene Sehne kontrollierter Belastung aussetzt, damit sich die Strukturen optimal aufbauen kann.

Auch sollte man Entzündungshämmer nicht vorschnell einsetzen. Entzündungen gehören zum Heilungsprozess einer Wundheilung. Unterbreche ich dauernd den Wundheilungsprozess nehme ich der Wundheilung die Chance vollständig zu heilen.
Eine Nebenwirkung von Ibutropfen sind Knochenmarksödeme. Also Vorsicht bei Selbstmedikation. Lieber den Arzt oder Therapeuten fragen ob ein Schmerzmittel oder ein entzündungshemmendes Mittel angebracht ist.