Schmerz dein Freund

Unser Körper ist intelligent, und er spürt, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Der Schmerz ist kein Feind, er ist einfach nur ein Signal, das auf ein Problem aufmerksam macht. Man kann diese Empfindung mit Hilfsmitteln kaschieren, oder man kümmert sich um die Ursache.
Heutzutage gibt es schnelle Abhilfen bei Schmerzen, die als Ärgernis gesehen werden, die uns von Wichtigerem, also dem Training, abhält. Tatsächlich signalisiert uns aber der Körper eine Störung.

Leuchtet ein rotes Lamperl am Armaturenbrett auf, legen wir auch kein Handtuch drüber weil es stört. Wir bleiben hoffentlich stehen, und versuchen die Ursache des Problems zu finden.

Signalisiert unser Körper ein Problem wird mit allen möglichen Mitteln kaschiert (entzündungshemmende Medikamente, Salben, Tapes….) Wenn der Schmerz nur verdeckt, ignoriert wird und das Gelenk durch Training immer weiter belastet wird, kann es zu ernsthaften Schäden führen. Indem du Schmerzen ignorierst, lässt du das Feintuning des Trainings weg.

Gelegentlicher Muskelkater gehört zwar zum Training, sollte aber nicht länger als 48 h dauern. Normalerweise sollte es aber nicht zu Gelenksschmerzen kommen. Eine gewisse Gelenksteifigkeit ist aber nach einem Wettkampf oder harten Training ganz natürlich.
Grundsätzlich übernimmt die Muskulatur den überwiegenden Teil der mechanischen Belastung. Deshalb sollte durch Sport ausgelöste Schmerzen nur in der Muskulatur und auch nur vorübergehend und nur nach harter Belastung auftreten.

Gelenke sind die Stütze der Bewegung. Muskeln und Sehnen erzeugen Spannung um den Körper zu bewegen.
Schmerzen verzerren die Eigenwahrnehmung (Proprizeptoren) Sind meine Propriozeptoren durch den Schmerz eingeschränkt greift er zu Ausweichbewegungen die wieder neue Probleme erzeugen.

Wenn du Schmerzen hast, behandle sie nicht als Hindernis, sondern wie ein Puzzle. Wenn man Schmerzen verdrängt, verdrängst du auch eine Schwachstelle, einen Energieverlust. Ein Weg ist eine bessere Wahrnehmung des eigenen Körpers zu erlangen. Verpasse nicht die Gelegenheit, dich weiterzuentwickeln.

Trainiere nicht blindlings in der Hoffnung, das Problem werde sich von selbst lösen. Hüte dich vor schnellen Patentlösungen. Sportliches Training erfordert Körperwahrnehmung, dann ist die Trainingseinheit mehr als nur ein Anlass zu schwitzen. Jede Trainingseinheit ist ein Lernprozess hinsichtlich Motorik, Koordination und Bewegungsmustern. Eine unterschwellige Verletzung sollte nicht die Grundlage deines Trainings sein.
Analysiere deine Schwächen und suche mit Hilfe von Sportmedizinern, Physiotherapeuten, Trainer eine Lösungsmöglichkeit.

Entzündungen laufen nach bestimmten Prozessen ab. Am Anfang Flüssigkeitsansammlung (Fresszellen werden zur verletzten Stelle gebracht und geschädigtes Gewebe wird abtransportiert) Daher Schwellung. Die Schwellung macht Bewegung schwer möglich und ist auch schmerzhaft. Den Schmerz mit Schmerzmittel (Salben, Pflaster……) zu unterdrücken um Laufen zu können ist daher kontraprotuktiv. Nach ein paar Tagen geht die Schwellung zurück und neues Gewebe entsteht. Am Anfang ist das Gewebe eher unspezifisch und wird erst im Laufe der Zeit spezifischer. Unterbreche ich immer wieder diesen Heilungsprozess mit Entzündungshemmer wird die Verletzung chronisch, weil es nie die Chance zur vollständigen Heilung hat. Abgesehen davon haben die Schmerzmittel nicht unerhebliche Nebenwirkungen. (bis hin zur Mitursache von Knochenmarksödemen) Natürlich kann auch so ein Entzündungsprozess entgleisen. Dann soll aber der Arzt oder der Therapeut entscheiden, welche Therapie, Medikament angebracht ist.

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