Druck und Zug – Stoßdämpfer beim Laufen

Beim Laufen habe ich enorme Kräfte die beim Aufprall des Fußes vom Boden auf den Knochen wirken.

Muskeln und Sehnen reagieren darauf indem sie den Druck mit Zug (ähnlich wie Gummibänder) ausgleichen. Also die Fußknochen (entweder die Mittelfußknochen beim Vorfußlaufstil oder die Ferse beim Rückfußlaufstil) müssen den Aufprall vom Boden abfedern.

Damit die Knochen nicht brechen ziehen Sehnen und Muskeln aufeinanderfolgend zwischen den Gelenken.
Dabei haben die Sehnen die stärkste Spannkraft und dosieren dadurch die Spannkraft der Muskeln.

Ist diese Zusammenarbeit auf Grund von Überlastung oder falscher Belastung gestört treten einige Schutzmechanismen (Warnzeichen) in Kraft.

Der Körper hat sozusagen eine Reihenfolge (Prioritäten) um das wichtigste den Knochen vor dem Brechen zu bewahren.

Zuerst machen die Sehnen die die Muskeln schützen indem sie strafferen Zug aushalten Probleme. Sehnen und Muskeln sind eigentlich ein eingespieltes Team die den Knochen schützen.
Hat die Sehne dann schlapp gemacht muss der Muskel dran glauben.
Macht der Muskel zu, die Schutzmechanismen können nicht mehr greifen, zahlt Schluss endlich der Knochen drauf.

Jede chronische Verletzung beginnt mit einem Ödem. Ein Ödem ist nichts anderes als eine Flüssigkeitsansammlung und gehört zur ersten Stufe einer Entzündung.

Ein Muskelkater ist nichts anderes als eine Ansammlung von kleinen Mikroverletzungen.

Stehen Belastung und Erholung im Einklang ist das für den Körper kein Problem. Dieses Ödem dient ja nur dazu abgestorbenes Material weg zu befördern und neue Zellen zur Reparatur zur verletzten Stelle hinzubefördern.

Dieser Mechanismus, so lange man ihn unter Kontrolle hat, gehört sozusagen zum Training. Der Körper lernt mit der Situation umzugehen und schneller und besser zu reagieren.
Verletzte Sportler regenerieren schneller bei Verletzungen als ein untrainierter Mensch.

Das ist so ähnlich wie wenn man sich Wissensstoff aneignet. Mein Gehirn kann mit ganz viel Lernstoff bombardiert werden, das Gehirn braucht eine Pause um das gehörte zu verarbeiten.
So ähnlich ist es auch mit dem muskulären (und auch Stoffwechsel-) Training. Der Körper braucht eine Pause um sich wieder strukturell anzupassen, und dann geht er mit neu erworbene Muskelkraft auf einem höheren Niveau weiter.

Zurück zu Druck und Zug beim Laufen:

Laufe ich am Vorfuß wirkt sich der Druck auf die Mittelfußknochen am stärksten aus. (vor allem auf den 2. Mittelfußknochen). Der Zug wirkt sich über die Plantarfascie, Achillessehne und Wadenmuskulatur aus.

Der Vorteil des Vorfußlaufes ist der Vorspann der Streckerkette und das bei der Landung der Körperschwerpunkt vorne (man bremst sich nicht selber ab)ist.

Laufe ich am Rückfuß wirkt sich der Druck auf die Ferse, Sprunggelenk am stärksten aus (der Druck geht gerade weiter zum Knie). Der Zug wirkt sich vor allem auf die vordere Schienbeinmuskulatur (tibialis anterior aus)

Der Vorteil des Rückfußlaufes ist er ist motorisch anspruchslos daher für Anfänger leicht anwendbar und auch bei geringer Athletik einsetzbar und für längere Strecken gut geeignet.

Ein Nachteil ist, dass ich mich bei der Landung selber abbremse und der Körperschwerpunkt hinten ist.

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