Eine Kette ist so stark, wie ihr schwächstes Glied.

Es gibt Muskeln die Gelenke stabilisieren, und Muskeln die Gelenke bewegen.

Zwischen Gelenk, Bandapparat und Muskeln gibt es ein Kommunikationssystem das zum Schutz des Gelenkes zusammenarbeiten kann.

Bänder schützen das Gelenk durch Zugfestigkeit. Bänder haben Sensoren die den Spannungszustand überwachen. Wird ein Grenzwert erreicht, werden die Muskeln aktiviert, um Gelenke zu schützen.
Sensoren in den Gelenkskapseln und im Knorpel liefern Infos über die Stellung des Gelenks, Geschwindigkeit und Richtung der Bewegung ans Gehirn. Gelenke und Muskeln arbeiten als eine Art Autopilot, um den Körper zu schützen und effiziente Bewegungsabläufe zu ermöglichen.

Sind Muskeln verspannt oder schwach, Gelenke steif oder instabil wird die Information verzerrt.

Das richtige Verhältnis zwischen den einzelnen Komponenten Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Ausdauer ist der Schlüssel eines professionellen Trainings.

Fehlende Ausgewogenheit geht zu Lasten der Effizienz und wenn die Effizienz leidet, geht Kraft und Energie verloren.

Bei falschen Bewegungsmustern kommt es zu Überlastungsschäden, die gar monatelang unbemerkt bleiben.

Mangelnde Beweglichkeit, Kraft , Stabilität kompensiert der Körper indem er auf alternative Bewegungsmuster ausweicht.

Mancher Sportler bewältigt seine Schwäche nicht, sondern arbeitet sich darum herum, und das verursacht Energieverlust, Verletzungen.

Die Wirbelsäule als zentrales Achsorgan muss gelenkig genug sein um sich auf die Situation und Bewegung einzustellen und dabei aber auch stabil genug, um den Körper zu stützen und die Kräfte optimal zu übertragen.

Alles auf Zug – oder wie die Kniescheibe in ihrer optimalen Gleitbahn bleibt.

Die Kniescheibe liegt schützend vor dem Kniegelenk.
Sie überträgt die Kraft des 4-köpfigen Oberschenkelmuskel (Quadriceps). Die Sehnen des Quadriceps bilden die Patellasehne und darin befindet sich die Kniescheibe. Die Kniescheibe hat an der Innenseite einen Gelenksknorpel und gleitet in einer Rinne.

2 Muskelanteile verlaufen gerade, 2 Anteile schräg. Das Zusammenspiel ist entscheidend.
Man kann sich den Muskel wie einen Reiter vorstellen der sein Pferd lenkt. Die Sehnen sind die Zügel.
Zieht eine zu schwach oder zu stark, wird die Kniescheibe bevorzugt in eine Richtung gezogen, und kommt aus ihrer Spur.

Für das Kniegelenk ist das perfekte Zusammenspiel dieser Muskelanteile entscheidend .

Eine chronische, schmerzhafte Überlastung der Kniescheibensehnen nennt man Patella(=Kniescheibe)spitzensyndrom. Die Zugbeanspruchung der Sehne ist abhängig von der Muskelleistung der Quadrizepsmuskulatur. Bei Dysbalancen des Muskels ist der Zug einseitig auf die Patella, die Sehne wird überreizt , der Knorpel einseitig beansprucht.

Bei immer wiederkehrenden falschen hohen Belastungen kann es dann zu degenerativen Veränderungen im Bereich des Sehnengewebes kommen.

Am Anfang ist der Schmerz belastungsabhängig, verschwindet nach dem Aufwärmen, und irgendwann schmerzt es dann immer. Das Krankheitsbild kann sich über Monate, Jahre hinziehen und bei übergroßer Belastung immer wieder auftreten.

Ausgleichstraining stärkt die zu schwachen Muskelanteile.

Warum hat das Knie immer die A……Karte.

Das Knie liegt als Sandwichgelenk zwischen Hüft- und Fußgelenk. Das Hüftgelenk und das Fußgelenk erlauben ein sehr großes Bewegungsspektrum. Das Knie kann sich nur nach vorne und hinten bewegen. (ist es abgewinkelt und nicht unter Belastung kann es auch leicht rotierende Bewegung machen). Im gestreckten Zustand sichert es dem Bein eine stabile Haltefunktion. Wäre der Bewegungsumfang des Knies größer würden wir wie Wackelpuddinge daher kommen.

Habe ich eine instabile Hüfte (ich bin muskulär nicht in der Lage beim Laufen die Hüfte relativ waagrecht zu halten, d.h. die Hüfte sinkt und hebt sich ) muss diese muskuläre Schwäche das Knie bewältigen.
Sind meine Oberschenkel zu schwach (bei Läufern starker Quadrizeps – der Rest der Oberschenkelmuskulatur ist Mangels Ausgleichstrainings eher mau) muss die muskuläre Schwäche das Knie ausbaden.

Sind meine Fußgelenke zu schwach (Fußfehlstellungen) kann sich das Knie nicht optimal bewegen.

Schwächen bei der Unterschenkelmuskulatur. Wieder ist das Knie als Stabilisator gefragt.

Unser Körper ist ein Anpassungswunder. Er besitzt die Fähigkeit muskuläre und/oder gelenksspezifische Einschränkungen zu kompensieren. Eine lang andauernde Kompensation birgt die Gefahr einer Überbelastung und damit steigt die Verletzungsanfälligkeit des eigentlich gesunden Gewebes.

Unser Kniegelenk ist von einem Knorpel umzogen. Gute Sache von der Natur.
Leider ist dieser Knorpel kaum mit Nervenzellen versorgt. D.h . bei Fehlbelastung rippelt sich der Knorpel ab (Arthrosen entstehen) und man merkt es nicht (oder sehr spät) weil es nicht weh tut. Man merkt es vielleicht weil man einen Erguss in der Kniekehle spürt. (Flüssigkeit geht da hin wo es Platz hat, das kann die Kniekehle sein)

Schlecht ist weiter noch, Knorpel erneuert sich kaum, da im Knorpel kaum Blutversorgung ist.

Also besser drauf schauen, dass es nicht so weit kommt.

Ich als Präventionstrainer kann dir mit Propriozeptiven Koordinationstrainig, Stabilisationstraining, plyometrischen Training, Körperwahrnehmungstraining, Krafttraining….. helfen.
Bist du schon verletzt musst du das einmal medizinisch und therapeutisch abklären. Bist du austherapiert kannst du bei mir mit einem Präventionstraining anfangen.

Schmerz dein Freund

Unser Körper ist intelligent, und er spürt, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Der Schmerz ist kein Feind, er ist einfach nur ein Signal, das auf ein Problem aufmerksam macht. Man kann diese Empfindung mit Hilfsmitteln kaschieren, oder man kümmert sich um die Ursache.
Heutzutage gibt es schnelle Abhilfen bei Schmerzen, die als Ärgernis gesehen werden, die uns von Wichtigerem, also dem Training, abhält. Tatsächlich signalisiert uns aber der Körper eine Störung.

Leuchtet ein rotes Lamperl am Armaturenbrett auf, legen wir auch kein Handtuch drüber weil es stört. Wir bleiben hoffentlich stehen, und versuchen die Ursache des Problems zu finden.

Signalisiert unser Körper ein Problem wird mit allen möglichen Mitteln kaschiert (entzündungshemmende Medikamente, Salben, Tapes….) Wenn der Schmerz nur verdeckt, ignoriert wird und das Gelenk durch Training immer weiter belastet wird, kann es zu ernsthaften Schäden führen. Indem du Schmerzen ignorierst, lässt du das Feintuning des Trainings weg.

Gelegentlicher Muskelkater gehört zwar zum Training, sollte aber nicht länger als 48 h dauern. Normalerweise sollte es aber nicht zu Gelenksschmerzen kommen. Eine gewisse Gelenksteifigkeit ist aber nach einem Wettkampf oder harten Training ganz natürlich.
Grundsätzlich übernimmt die Muskulatur den überwiegenden Teil der mechanischen Belastung. Deshalb sollte durch Sport ausgelöste Schmerzen nur in der Muskulatur und auch nur vorübergehend und nur nach harter Belastung auftreten.

Gelenke sind die Stütze der Bewegung. Muskeln und Sehnen erzeugen Spannung um den Körper zu bewegen.
Schmerzen verzerren die Eigenwahrnehmung (Proprizeptoren) Sind meine Propriozeptoren durch den Schmerz eingeschränkt greift er zu Ausweichbewegungen die wieder neue Probleme erzeugen.

Wenn du Schmerzen hast, behandle sie nicht als Hindernis, sondern wie ein Puzzle. Wenn man Schmerzen verdrängt, verdrängst du auch eine Schwachstelle, einen Energieverlust. Ein Weg ist eine bessere Wahrnehmung des eigenen Körpers zu erlangen. Verpasse nicht die Gelegenheit, dich weiterzuentwickeln.

Trainiere nicht blindlings in der Hoffnung, das Problem werde sich von selbst lösen. Hüte dich vor schnellen Patentlösungen. Sportliches Training erfordert Körperwahrnehmung, dann ist die Trainingseinheit mehr als nur ein Anlass zu schwitzen. Jede Trainingseinheit ist ein Lernprozess hinsichtlich Motorik, Koordination und Bewegungsmustern. Eine unterschwellige Verletzung sollte nicht die Grundlage deines Trainings sein.
Analysiere deine Schwächen und suche mit Hilfe von Sportmedizinern, Physiotherapeuten, Trainer eine Lösungsmöglichkeit.

Entzündungen laufen nach bestimmten Prozessen ab. Am Anfang Flüssigkeitsansammlung (Fresszellen werden zur verletzten Stelle gebracht und geschädigtes Gewebe wird abtransportiert) Daher Schwellung. Die Schwellung macht Bewegung schwer möglich und ist auch schmerzhaft. Den Schmerz mit Schmerzmittel (Salben, Pflaster……) zu unterdrücken um Laufen zu können ist daher kontraprotuktiv. Nach ein paar Tagen geht die Schwellung zurück und neues Gewebe entsteht. Am Anfang ist das Gewebe eher unspezifisch und wird erst im Laufe der Zeit spezifischer. Unterbreche ich immer wieder diesen Heilungsprozess mit Entzündungshemmer wird die Verletzung chronisch, weil es nie die Chance zur vollständigen Heilung hat. Abgesehen davon haben die Schmerzmittel nicht unerhebliche Nebenwirkungen. (bis hin zur Mitursache von Knochenmarksödemen) Natürlich kann auch so ein Entzündungsprozess entgleisen. Dann soll aber der Arzt oder der Therapeut entscheiden, welche Therapie, Medikament angebracht ist.

X, O oder eh gerade – funktionelle Beinachsenproblematik

Beim Laufen befinde ich mich überwiegend im Einbeinstand. Dies muss einmal muskulär gehalten werden können.

Bei einer geraden Beinachse geht das Lot durch die Mitte des Hüftgelenks, Kniegelenks, Sprunggelenks.
Kann das nicht muskulär gehalten werden, dann weicht das Knie nach innen oder außen aus.

Bei geraden unverdrehten Kniegelenken verteilt sich die Belastung gleichmäßig auf die innere und äußere Gelenksfläche des Knies.

1. Wenn das Knie nach innen geht (x-Beine) Bild 1

Dreht sich der Oberschenkel nach innen und der Unterschenkel zu stark nach außen, die Kniescheibe schielt nach innen, nicht gerade aus, die Füße stehen V-förmig auseinander dann ist das Knie nicht richtig verschraubt, sondern verdreht.

Bei X-Beinen werden die Außenflächen vermehrt belastet, die Innenseiten klaffen auseinander.
Diese einseitige Knorpelüberlastung kann jahrelang schmerzlos sein (sind ja kaum Nerven im Knorpel)

Folge: Zuerst einmal Überlasten die Muskelansätze und Bänder auf der Knieinnenseite, Muskeln und Bänder an der Knieaußenseite verkürzen sich. Die Knie werden Schritt für Schritt strapaziert. Gelenksblockaden, gefolgt von Verschleiß und Arthrose. Der Kniegelenksknorpel bekommt an der Außenseite eine Glatze.

Beim Bergablaufen wird das Knie gleich doppelt durch die Innendrehung und Innenknickung belastet.
1. In der Einbeinstandphase wenn das Knie stabilisieren werden sollte schielt die Kniescheibe nach innen (Kreuzbänder verdreht und nicht verschraubt)
2. In der Landephase, wird der Aufprall nicht optimal aufgefangen, weil das Knie nach innen weg knickt.

Prävention: Übungen zur Körper,- Bewegungssensibilisierung. Stabilisieren aber nicht verkrampfen. Stell dir vor du bist ein Cowboy und läufst den Berg, die Treppe hinunter.

2. Wenn das Knie nach außen geht (o-Beine) – Bild 2

Bei den O-Beinen drückt das volle Gewicht auf die Knieinnenseite, die äußeren Gelenksflächen klaffen auseinander.

Folge: durch die vermehrte Knorpelbelastung innen, kommt es eher auf der Innenseite zu Arthrosen. (Knorpel bekommt an der Knieinnseite eine Glatze)

Weiteres Problem: Läuferknie (Iliotibiales Bandsyndrom) Das Band stabilisiert das Knie am Außenrand. Neigt man zu O-Beinen (vor allem Männer) reibt das Band bei der Beugung des Knies.

Prävention: Kein einseitiges Bahnentraining ohne Wechsel der Rundenrichtung, meiden von Asphaltstraßen mit abfallenden Straßenrändern, Spannungsreduktion durch Massage, hartes Ausstreichen, Verbesserung Propriozeption, Abbau von Schonhaltung und Kompensationsbewegungen, konzentrisches, exzentrisches Training Hüftadduktoren, Dehnen Hüftabduktkoren, Kraftausdauertraining in der komplexen Funktionskette, Kraftaufbau Vastus medialis.

Prävention o-, x-Beine: gezieltes Beinachsentraining, Verbesserung Propriozeption. Je früher, desto präventiver.

Die Dosis macht die Medizin, die Dosis macht das Gift – reizendes Thema

If you don`t use it, you loose it.
Setze ich meinem Körper keine Reize, dann hat er auch keine Veranlassung sich anzupassen.

Was bringt mir eine gute Ausdauer????

Ermüdungswiderstandsfähigkeit steigt
Ermüdungstoleranz steigt
Ich erhole mich schneller von einer Ermüdung.

Wie wirkt sich Ausdauer auf meinen Körper aus:

Das Herz arbeitet ökonomischer. (Ruhe- und Arbeitspuls sinkt)
Der Herzmuskel braucht weniger Sauerstoff. Das Schlagvolumen steigt.
Der Herzmuskel vergrößert sich ökonomisch.
Das Blutvolumen nimmt zu.

Die Kapillarisierung im Skelettmuskel nimmt zu, die Blutverteilung im Muskel verbessert sich.

Die Fläche der gasaustauschenden Alveolen in der Lunge vergrößert sich. Die Durchlässigkeit für Sauerstoff wird größer. Die Atmung wird ökonomischer.

Der Energiestoffwechsel verbessert sich.

……….

Zusammengefasst, der Körper passt sich an die Herausforderung an. = Training

Wie weit kann ich meinen Körper ausreizen, was ist möglich?

Jeder Mensch hat eine autonom geschützte Reserve. Dabei handelt es sich um Leistungen die zur völligen Erschöpfung führen.

Wann brauch ich diese Leistung?

z.B. wenn mein Leben bedroht ist. Ist der Säbelzahntiger hinter mir her geht es ums Überleben, also kämpfen, rennen. Um banale Dinge wie Immunsystem, Entzündungen, Verletzungen kümmert er sich dann später, wenn die Gefahr gebannt ist.

Im Sport braucht man schon eine ausgeprägte Willenskraft um diese autonom geschützte Reserve (Mobilisationsschwelle) zu nützen.
Diese Mobilisationsschwelle lässt sich trainieren. D. h. ein hoch motivierter Sportler wird sich leichter tun an dieser Schwelle zu kratzen, als ein wenig trainierter Sportler.

Um aber auch einen Trainingseffekt zu haben, braucht der Körper die Chance zur Reparatur. Dann kann er sein Niveau auch höher schrauben. Es könnt ja wieder ein Säbelzahntiger angreifen, und der ist vielleicht schneller.

Gebe ich dem Körper nicht die Zeit zur Anpassung steigt meine Verletzungsanfälligkeit, mein Immunsystem wird schwächer.

Die Dosis macht die Medizin, das Gift.

Bin ich permanent im Wettkampfmodus gewöhnt sich der Körper an die Wettkampfsituation und kann sich nicht mehr ausreichend motivieren. D. h. vielleicht gibt’s eh keine Säbelzahntiger mehr, bis jetzt hat mich keiner erwischt.

Mit Wettkämpfen sammelt man Erfahrung und auch eine gewisse Härte, aber wie schon vorher geschrieben, die Dosis macht die Medizin.

Wann erreiche ich die optimale Reizschwelle????

Einer der schwierigsten Fragen. Man kann sie nicht mit km, oder Zeit beantworten.

Es hängt ab von genetischen Bedingungen, Alter, Trainingsalter, Trainingserfahrung, berufliche Belastung, …..

Bei einem fängt mit einem bestimmten Umfang das Training erst an, der andere ist damit schon überfordert.

Ist dein Bewegungsablauf nicht mehr technisch korrekt, kannst du deine Muskeln nicht mehr ökonomisch bewegen, fängt dein Körper an zu kompensieren, dann wird es Zeit dein Training zu beenden. (Kompensationen führen langfristig zu Verletzungen)

Schläfst du schlecht, Nachtschweiß, Müdigkeit, Herzdruck, Herzklopfen, beschleunigter Ruhepuls, Atemschwierigkeiten, zittern, schlechte Erholungsfähigkeit, innere Unruhe, Depression…..dann solltest du klären ob du dich nicht vielleicht im Übertraining befindest.

Die Dosis macht die Medizin, das Gift.

Achillessehne – die stärkste Sehne im menschlichen Körper

Die Achillessehne wird aus den Sehnen des Wadenmuskel gebildet. Die Sehnenfibrillen setzen unter fächerförmiger Überkreuzung am Fersenbeinhöcker auf. Schleimbeutel schützen die Sehne. Die Achillessehne hat keine Sehnenscheide, dafür aber Gleitlager aus Bindegewebe. Die Achillessehne wird nicht nur über das Bindegewebe ernährt sondern hat auch ein eigenes Gefäßsystem. Die Durchblutung ist aber zum Unterschied von Muskel, und Fettgewebe gering. Mit dem Alter nimmt die Durchblutung ab.

Beim gesunden arbeitet die Achillessehne auxotonisch (wie eine elastische Feder), die Muskulatur bleibt eher statisch. Ist die Achillessehne nicht mehr elastisch muss die Wade mehr arbeiten. Die Sehne funktioniert nach dem Katapulteffekt, d.h. die Sehne und Faszien die es umgibt werden wie ein Gummiband vorgespannt, durch gezieltes Loslassen der darin gespeicherten Energie werden Sprünge ermöglicht. Dieses Phänomen gilt bei elastischen federnden Bewegungen, wie Gehen, laufen, Hüpfen, nicht bei langsamen, gleichförmigen Bewegungen wie z.B. Radfahren.

Schmerzen im Bereich der Achillessehne können verschiedenartig auftreten: entzündlicher Reizzustand, Kalkablagerung, Verknöcherung, Teilruptur, das Sehnengleitgewebe kann entzündlich gereizt, verhärtet, verdickt sein, Schleimbeutel können sich entzünden, Teilruptur des Sehnenansatzes, Fersensporn….bis zum Sehnenriss.

Ursachen: Mikroverletzungen, die die Reparaturkapazität übersteigen , freie Radikale (durch lokalen Sauerstoffmangel) und damit gehinderte Kollagensynthese, die Homogenität der Kollagenfasern gestört. (versulzt, verklebt)
Risikofaktoren: Genetik, Antibiotika, Systemische Kortisontherapie, Anabolika, Borreliosetherapie, Überlastung-falsche Trainingssteuerung, falsche Schuhe, Fußfehlstellungen, Infekte (Zahnwurzel)….

Durch Schmerzkompensation kommt es zur Vermeidung der Belastung, das Gangbild kann sich ändern, die Standbeinphase wird verkürzt, Vermeidung des Abrollens, Außenrotation der Hüfte indem man über die Ferse dreht.

Vorbeugung: exzentrisches Krafttraining an Treppenstufen, fasziales Dehnen, dehnen der Plantarfaszie, exzentrisches Training der Wadenmuskulatur, propriozeptives Training….plyometrisches Training,

Schuhschnürtipp: Der Druck des Schaftes auf den oberen Fersenbereich kann man mindern indem man die Schnürung der letzten 4 Ösen ausspart. Dort bindet man dann einen zweiten Schnürsenkel und die Achillessehne hat mehr Bewegungsspielraum.

Übung für Körperrückseite:
Gehe in die Liegestützposition. Hände unter den Schultern, Fingerspitzen zeigen nach vorne, Kopf in Linie der Wirbelsäule.
Laufe mit den Füßen in Richtung der Hände, bis du einen Zug im Bereich der Wade und Achillessehne spürst. Strecke das Gesäß in die Höhe. Anschließend gehe mit den Händen wieder so weit nach vorne, dass du wieder in der Liegestützposition bist.

Läufst du schon, oder sitzt du noch.

chon, oder sitzt du noch.

Viele Läufer haben einen sitzenden Laufstil. Die Kraft zur Hüftstreckung fehlt. Hier trennt sich beim Läufer der Streu vom Weizen. Ohne Hüftstreckung kannst du dich aber nicht optimal mit jeden Schritt nach vorne abdrücken. Im Gegenteil, jeder Schritt bremst dich. Man hört es auch. Plumpsend bewegt sich der Läufer vorwärts. Großer Energieeinsatz ist notwendig, die Dynamik fehlt.

Kein Wunder. Der Körper kennt ja nichts anderes. Es fängt ja schon mit dem Sitzkreis im Kindergarten an und endet im Sitztanz im Seniorenheim. Dazwischen sitzt man noch seine Zeit in der Schule, Studium, Büro, Auto, vor dem Fernseher ab. Mich wundert es dass es auf der Rolltreppe noch keine Sitzgelegenheit gibt. Permanent befindet man sich in geduckter, sitzender Haltung. Da wird dann noch in Sitzhaltung (ohne Hüftstreckung) gelaufen. Der Körper kann und kennt es ja nicht anders.

Laufen ist ja so einfach. Ein Fuß vor dem anderen. Leider ist es nicht so. Ohne optimaler Hüftstreckung, – Beugung, Abduktion (sind die Abduktoren schwach sinkt das Bein in der Standphase tiefer und es kommt zu Ausgleichsbewegungen im Rumpf) Adduktion (hilft bei der Gleichgewichtshaltung des Beckens mit) ist laufen eher mau…..Ohne gescheite Athletik kommt es zur vorzeitiger Ermüdung und irgendwann zur Verletzung.Eigentlich Schade, man hat seine km abgespult, Stoffwechsel würde passen, aber die Muskeln, Bänder, Gelenke geben w.o.

Einige Probleme die auftreten können:

M.piriformis.:
liegt im Becken, stabilisiert das Becken, hat wenig Patz und liegt über dem N. ischiadicus.

Muskuläre Verspannung, Sehnen und Sehnenscheidenreizung bis Entzündung führen zu einer mechanischen Reizung der N. ischiadicus. Bei Hüftbeugung, kann es zu Schmerzen in der Gesäßregion kommen.

Vorbeugung: fasciale release, Dehnen, Ausschalten von Fehlhaltungen, Ausschaltung falscher Bewegungsausführung…..

Bild 1 Dehnung Piriformis, Bild 2 Selbstmassage Piriformis

Kreuz-Darmbeingelenk: ISG

Das ISG ist eine sehr straffe Verbindung zwischen dem Becken und dem Kreuzbein. Es muss sehr hohe Kräfte aufnehmen können. Es verschiebt sich im kleinen Umfang bei der Bewegung hin und her. Kann eine Verschiebung muskulär nicht mehr zurückgeführt werden ist es blockiert. Das führt natürlich zu Bewegungseinschränkung und das schmerzt. Für einen normalen Gang (Lauf) ist es notwendig, dass das Becken (Hüftschaufel) nach vorne rotiert (Bein wird funktionell länger) und dann wieder nach hinten. Funktioniert das nicht, blockiert das ISG, dann hat man ein funktionell längeres Bein, Beckenschiefstand. Der Knochen des Beines ist nicht länger.
Der Therapeut provoziert mit verschiedenen Tests eine Beinlängendifferenz. Ändert sich die Beinlänge nicht, liegt die Vermutung Nahe, dass das ISG blockiert ist.
Natürlich ist es dann Blödsinn diese funktionelle Beinlängendifferenz durch Einlagen auszugleichen, dadurch verschlimmere ich meine Situation.
Läufer, deren Beinachse aufgrund vom fehlenden (falschem Training) Ermüdung , falschen Schuhen nicht mehr stabil halten können sind häufiger gefährdet.

ISG-Blockierung.:
Eingeschränktes Gelenkspiel im Kreuzdarmbeingelenk. Beinlängendifferenz , wiederholte Mikrotraumatisierung und Überlastung. Schmerzausstrahlung über Gesäß bis Kniekehle

ISG-Arthrose:
Kommt es zu wiederholten Überbelastung kann sich die Bandstruktur entzünden, funktionell verkürzt sich das Bein, die Rückenstreckmuskulatur verhärtet, der Gelenksspalt verschmälert sich, es kommt zu überbrückender Verknöcherung, es entsteht ein Schmerzvermeidungsverhalten
Vorbeugung: Vermeidung funktionellen Fehlbewegungen, Kraftausdauertraining in der geschlossenen Bewegungskette, Training der Hüftstrecker, Koordinationstraining, Beinachsentraining, Sprungtraining, Laufschule; Haltungs- Bewegungskontrolle, Dehnen, Gang-, sensomotorisches Training….

Iliopsoas:
Beugt in der Hüfte. Läufer neigen häufig unter einer Verkürzung. Ist der Gegenspieler zur Hüftstreckung, d.h. ist der Hüftbeuger verkürzt kann ich die Hüfte nicht gescheit strecken, dadurch verkürzt sich die Abstoß und Vortriebsphase. Damit die Schrittlänge aufrecht erhalten werden kann, wird das Becken und die Wirbelsäule verstärkt gegeneinander rotiert. Es kommt zu Lendenwirbelsäulen Beschwerden.

Schlecht bei verkürzten Iliopsoas sind die geraden Crunches mit fixierten Beinen. Statt den Bauchmuskeln wird der Iliopsoas der eh schon verkürzt ist, trainiert.

Trainiert gehören die Gegenspieler der Hüftstrecker: Oberschenkelrückseite, Gluteus…,

Die Füße – unsere Stiefkinder

Was sind unseren Füßen am ähnlichsten. —> Die Hände

Mit unseren Händen begreifen wir. Im wahrsten Sinn der Worte.

Auch unsere Fußsohlen sind dicht mit Nerven versorgt. Die Oberflächenbeschaffenheit regen die Nerven ständig an. Die von der Fußsohle aufgenommenen Reize wirken regulierend auf Haltung und Fortbewegung des ganzen Menschen. Der Großzehe kommt bei der Gewichtserteilung besondere Bedeutung zu.

Viele Füße haben jahrelange Kerkerhaft in ihren Schuhen – nicht artgerechte Haltung führt zu Kompensationsmechanismen. Unsere eigentlich bewegungsfreudigen Füße verkümmern. Es fehlt die Herausforderung. Permanent müssen sie sich flache Begebenheiten anpassen.

Die Folge: Knick- Senk-Plattfüße, Fersensporn, schmerzende Achillessehne. Man läuft nicht mehr auf seinen Füßen, sondern auf Felgen.
Unser Körper ist ständig auf Anpassung, Reaktion. Er reagiert auf Druck und Zug

Knickfüße – Kopfschmerzen????

Die Fersen werden schräg von oben belastet, Fußgewölbe sinkt ein, Beinachse drehen nach innen, das Becken kippt nach vorne, als Ausgleich entsteht ein Hohl- Rundrücken, der Nacken verkürzt und verspannt sich. Die vielen freien Nervenendigungen der tiefen Nackenmuskulatur reagieren auf die chronische Nackenverspannung. Ursache und Wirkung können im Körper sehr weit auseinander liegen.

Fersensporn

Unser Körper ist ständig auf Anpassung, Reaktion. Er reagiert auf Druck und Zug.
Man kann unseren Körper mit einem Tensegrity-Model aus der Architektur vergleichen.
Tensegrity setzt sich zusammen aus tension Zug/Spannung und integrität – Zusammenspiel.

Die Stangen auf dem Bild sind die Knochen und die Gummibänder sind die Muskeln. Spannungswege übertragen sich immer am kürzesten Weg. Man kann das mit einer Laufmasche vergleichen. Verändere ich an einem Punkt die Spannung, ändern sich die Spannungen am gesamten Weg. (Siehe Bilder)

Auch der Knochen reagiert auf Druck und Zug. Ist der Zug an der Knochenhaut durch die Plantarsehne zu stark, entzündet sie sich an dieser Stelle. Das geht soweit dass die Knochenhaut weggezogen wird und in der Lücke Knochenmaterial eingelagert wird.

Das gleiche kann auch auf der anderen Seite des Fersenbeins passieren. Am Ansatz der Achillessehne.

Übungen zur Vorbeugung: zur Wahrnehmung Fersenlot, Plantarstretch zur Mobilisierung, Wadenstretch zur Kräftigung, Koordination durch dynamisches Stehen, Übungen aus der Spiraldynamik…

Im akuten Stadium Schonung.

Kniebeuge -Teamarbeit – Arbeitsteilung

Bei den Gelenken wechselt Mobilität und Stabilität. D.h. das Fußgelenk ist für die Mobilität, das Kniegelenk für die Stabilität, die Hüfte wieder für die Mobilität und die Lendenwirbelsäule für die Stabilität verantwortlich.

Muskeln erfüllen ihre Aufgaben als Team. Meist sind mehrere Muskeln für einen Bewegungsablauf verantwortlich. Fällt einer auf Grund einer Verletzung aus, oder ist er als Teammitglied schlecht ausgebildet (trainiert) müssen die anderen oder der andere die Arbeit übernehmen. Das führt halt irgendwann zu einer Überlastung (burn out)

Bei vielen Menschen die an Rückenproblemen leiden, kann man feststellen, dass das Problem an der Hüfte liegt. Sie nicht mehr so mobil ist. Die Lendenwirbelsäule sollte eigentlich für Stabilität sorgen. Muss ein Gelenk (in dem Fall die Lendenwirbelsäule), die Mobilitätsfunktion übernehmen, verliert es seine Stabilität , die Folge ist Überlastung, Schmerzen.

Das gleiche mit dem Fußgelenk. Ist das Fußgelenk nicht mobil, kommt das Kniegelenk in Einsatz, obwohl es eigentlich stabilisieren sollte. Folge Knieprobleme.

Die Aufgabe eines Trainers ist es herauszufinden ob jemand Mobilitäts-, oder Stabilitätsschwächen hat. Wie löst ein Sportler seine Bewegungsaufgabe. Versucht der Körper zu kompensieren.

Eine Bewegungsaufgabe kann eine Kniebeuge sein.

Wenn jemand keine Überkopfkniebeuge schafft kann das ein Mobilitäts- aber auch ein Stabilitätsproblem im Rücken sein.

Kann er die Hüfte im Liegen nicht mehr als 90 Grad beugen ist schon mal die Beweglichkeit schlecht, kann er das im Liegen , aber bei einer Kniebeuge nicht, hat er vielleicht ein Stabilitätsproblem. D.h. der Körper lässt die Bewegung nicht zu, weil er sie nicht kontrollieren kann.

Auch wenn die Flexibilität der Fußgelenke, ischiocruaralen Muskulatur oder Hüfte mangelt kann die Qualität der Kniebeuge leiden.

Weiters schaut sich der Trainer bei einer Kniebeuge die rückwertige Streckerkette an. Ist der Gluteus zu schwach (oder kann nicht richtig angesteuert werden) muss die ischiocrurale Muskulatur die Hauptarbeit übernehmen. Wer verletzt sich dann am ehesten. Natürlich die ischio.. Krampf beim Wettkampf , Abbruch. Sie bekommt als Teammitglied das burn out, weil es überlastet wird.

Falsch wäre es die ischiokurale Muskel vorwiegend zu trainieren, weil man vermeintlich glaubt, sie ist schwach. (in Wirklichkeit hat sie zu viel arbeiten müssen) Richtig ist es in diesem Fall den Gluteus zu trainieren. Nur muss man es mal wissen.

Wie schaut es mit der Flexibilität des Fußgelenkes aus. Gibt es Probleme mit der Mobilität des Fußgelenkes oder ist die Wade verkürzt. Kann der Sportler bei der Kniebeuge die Ferse am Boden lassen???

Schafft es der Sportler die Knie hinter der Fusslinie zu halten.

Wenn nicht mangelt es entweder an Kraft oder Beweglichkeit. Die Beugung ist eine Herausforderung die der Quadrizeps bewältigen sollte. Eine Lösung für einen schwachen Quadrizeps ist die Knie weiter nach vorne zu schieben (Schwerpunkt verschiebt sich), geht aber nur so weit es die Mobilität der Fußgelenke zulässt.

Das ist nur ein Auszug von Beobachtungen, die man bei einer Kniebeuge machen kann.

Ein Personal Trainer (Präventionstrainer) ist dazu da, Schwächen zu erkennen und passende Übungen auszusuchen um Schwächen auszumerzen. (Aus den Muskeln gute Teamplayer zu machen.) Der Sportler muss oft auch noch lernen, die richtigen Muskeln anzusteuern. Ziel ist es den optimalen Bewegungsablauf zu automatisieren.

Ein Sportler hat eine gute Form, wenn die Bewegungsabläufe automatisiert sind, kein Muskel sich überarbeitet und daher geringer verletzt ist.